KÜNSTLER / Zeitgenössische Kunst
Camill Leberer

Stille (M - 2011-041), 2011
© Camill Leberer / VG Bild-Kunst, Bonn

Camill Leberer

Stille (M - 2011-041), 2011

Farbe, Lack, Stahl
65 × 60 cm

verso signiert, datiert und betitelt
(LEBERC/S 64)

€ 4.800
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Camill Leberer versteht seine Werke als Raumplastiken oder Wandobjekte – schon die schweren Edelstahlplatten seiner Arbeiten in der Fläche erweitern den subjektiven Raum durch ihre gemalten Schichten und die mal quer, längs und senkrecht, mal in Wellenlinien vorgenommenen Gravuren, welche den Betrachter animieren, am Bild entlangzugehen: Die hologrammartige Tiefenwirkung entsteht im Vorübergehen, das heißt, aus der Bewegung heraus – das erklärt auch die Einstufung als Plastik und nicht als Malerei. Die rationale Grundhaltung Camill Leberers, die ihren Ausdruck in der kristallenen Klarheit der stählernen Wandobjekte findet, steht dabei nicht im Widerspruch zur Romantik eines Caspar David Friedrich, sofern man diese nicht bloß als Idyllik und sentimentale Weltanschauung missversteht. Friedrich Freiherr von Hardenberg alias Novalis, Autor der »Hymnen an die Nacht«, der in seinem Romanfragment »Heinrich von Ofterdingen« die Blaue Blume als Sehnsuchts-Chiffre erfand, schrieb über die Verwandtschaft von Sprache und Mathematik (und man kann in diesem Kontext »Sprache« durch »Farbe« ersetzen): »Wenn man den Leuten nur begreiflich machen könnte, dass es mit der Sprache [Farbe] wie mit den mathematischen Formeln sei – Sie machen eine Welt für sich aus – Sie spielen nur mit sich selbst, drücken nichts als ihre wunderbare Natur aus, und eben darum sind sie so ausdrucksvoll – eben darum spiegelt sich in ihnen das Verhältnisspiel der Dinge.« Hier treffen Camill Leberers Bezugsstile mit den Ideen der Romantik zusammen. Das Unfertige der Material-Installationen korreliert mit der Offenheit und Vorliebe für das Fragment, die Rationalität der konstruktiven Ästhetik findet sich in der nachhegelschen Geometrie des Geistes wieder. Leberers Kunst ähnelt einer Reise ins Ungewisse. So gesehen ist das Bild »Stille« von 2011 geradezu eine Huldigung an die Romantik.
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