What's up?! / Zeitgenössische Positionen zum 50. Galeriejubiläum

Freies Spiel, 2019
© Cordula Güdemann / VG Bild-Kunst, Bonn

Cordula Güdemann

Freies Spiel, 2019

Öl auf Leinwand
190 × 140 cm

verso signiert und datiert
(GUEDEMC/M 158)

€ 12.600
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Cordula Güdemann gehört zu den figurativ arbeitenden Künstlern, die über ihren expres-siven Stil übergangs- und vorbehaltlos in die Abstraktion hinüberwechseln. In der jüngsten Phase ihres Schaffens reagiert sie auf die Ohnmacht gegenüber Krieg und Verfolgung an den Rändern Europas: Im Bewusstsein, dass man das Unaussprechliche kaum abbildhaft erfassen könne, findet sie in klein- und mittelformatigen Gouachen sowie in größeren Gemälden eine gegenstandsfreie Bild-sprache. Sie ist von einer aufrührerischen Farbführung geprägt, erschöpft sich aber nicht im Furor des Auftrags, sondern offenbart auch durch den formal akzentuierenden Pinselduktus und die feinsinnige Palette eine Malkultur, die Raum für das Erhabene wie für den Schrecken zulässt, welcher sich in einer nur spürbaren Dinglichkeit bahnbricht. In dem Gemälde »Freies Spiel« von 2019 türmen sich massiv Rot- sowie akzentuiert Blau- und Grüntöne zu einem landschaftlichen Bild auf, das keine wirkliches Oben und Unten und auch keinen Vorder- oder Hintergrund hat. Man hat eher den Eindruck, als könnte die Arbeit auch kopfüber gehängt werden – als habe die Welt ihre Koordinaten verloren. Die Malerei von Cordula Güdemann fesselt mit kräftigen Farben, leuchtenden Akzenten, zusammengefügten Splittern und Passagen. Mal geben große Formenkomplexe den Ton an, mal herrscht eine dschungelartige Undurchdringlichkeit vor. Häufig reagiert ihre gestische Bildsprache auf gesellschaftliche Verrohungen, sie verrät die tiefe Anteilnahme einer Künstlerin, die weit entfernt ist von einer abstrakten Gleichgültigkeit. Über ihre Malerei schreibt Güdemann: »Malerische Problemstellungen, Aufbaufragen, geometrische oder chaotische Formen und Flächen beschäftigen mich seit ich male, so wie sie die Maler und Zeichner seit fast 600 Jahren beschäftigt haben. In den letzten Jahren sind jedoch auch Themen aus gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen immer wichtiger für mich geworden. Das heißt, ich klammere Themen, die allgemein die ›condition humaine‹ betreffen, nicht aus. Ich beschäftige mich mit diesen Dingen, verändere die Ordnung in der sie auf mich zukommen und schaffe neue Sinnzusammenhänge.«
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