What's up?! / Zeitgenössische Positionen zum 50. Galeriejubiläum

ZZ, 2019
© Peter Sehringer / VG Bild-Kunst, Bonn

Peter Sehringer

ZZ, 2019

pigmentierte gebundene Farbmasse auf Holz
180 × 122 cm

verso signiert, datiert und betitelt
(SEHRIP/M 259)

€ 12.100
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Peter Sehringer benötigt für die Ausführungen seiner oftmals großformatigen Tafelbilder keine der üblichen Malwerkzeuge. Er hat sich bereits früh eine bildnerische Technik angeeignet, die weit über die traditionelle Malerei hinausreicht. Unter Verzicht auf Pinsel, Leinwand und Staffelei lässt der Grenzgänger Bildwerke entstehen, die aufgrund ihrer gesteigerten Materialität der Bildfläche im Zwischenbereich von malerischen und plastischen Ausdrucksweisen anzusiedeln sind. Als Vorlagen greift Sehringer auf Fotografien, Buchillustrationen, Stoffmuster u.a.m. zurück. Die ausgesuchten Motive projiziert er – meist stark vergrößert, teils verzerrt – auf Folien, die er anschließend als Schablonen einsetzt, um die Konturen auf Holztafeln zu übertragen. Für die Binnengestaltung benutzt er eine Inkrustationstechnik, die ein überlegtes, schichtweises Vorgehen erfordert. Ergänzend fügt Sehringer lineare Strukturen bei oder ritzt Ornamente in den Bildgrund. Peter Sehringer knüpft mit seinen Arbeiten an traditionelle Sujets wie das Stillleben, die Landschaftsmalerei und das Figurenbild an, transportiert seine Motive aber in radikalisierter, konzentrierter Form in die reale Bildwelt und befragt sie so auf ihre Gültigkeit im Medienzeitalter des 21. Jahrhunderts. Indem Sehringer seinen Farben Füllstoffe wie Marmor-, Bimsmehl oder Aluminiumstaub zusetzt, damit sich diese gießen und spachteln lassen, führt er dem Betrachter die mögliche Objekthaftigkeit von Malerei vor Augen. Durch das gleichmäßige Abschleifen der getrockneten Reliefflächen bindet Sehringer die scharf konturierten Motive in den Bildgrund ein. Mit seiner Arbeit »ZZ« erweitert er das Figurenbild auf das Selbstbildnis, das im Detail erkennbar, aber im Ganzen auf eine Typisierung der eigenen Person abzielt.
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