art KARLSRUHE 2020 / Halle 3, Stand G05

Eidos Urleben, 1940
© Willi Baumeister / VG Bild-Kunst, Bonn

Willi Baumeister

Eidos Urleben, 1940

Öl auf Karton, auf Sperrholz
64,5 × 53,5 cm

bezeichnet u.r.: Baumeister; verso: Etikett: Städtisches Museum Wuppertal, Ausstellung Baumeister, 1959
(BAUMEW/M 185)

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Literatur: Provenienz: Sammlung Rasch, Wuppertal
Ausstellungen: 1959 Kunst- und Museumsverein Wuppertal
Literatur: Peter Beye / Felicitas Baumeister, Willi Baumeister. Werkkatalog der Gemälde, Bd. II, Ostfildern, 2002, Nr. 896, mit Abb.
Will Grohmann, Willi Baumeister. Leben und Werk, Köln 1963, Nr. 564 (als Eidos Urleben I)

Willi Baumeister durchlief in seinem Künstlerleben mehrere Phasen des Umbruchs, zumal in den 1930er und 60er Jahren. Zum einen gehörte er zu den produktivsten Künstlern, die in der Nazi-Diktatur unter Malverbot standen, zum anderen war er ener der kreativsten, der sich in seinen Bildserien stetig neu erfand. Mit seinem Freund Oskar Schlemmer und anderen Kollegen hatte er in der Wuppertaler Lackfabrik Kurt Herberts nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine geistige Bleibe. Die absolut freundschaftliche Konkurrenz mit Schlemmer beflügelte insbesondere Baumeister e-norm, zudem schien ihn der Tod des bewunderten Paul Klee 1940 geradezu anzuspornen in seiner unbändigen Phantasie. In diesen Zeitläuften entstanden die Eidos-Bilder, die an spielerischen Elementen und in ihrer lyrischen-samtenen Stimmung kaum zu überbieten waren. Aus den zeichenhaften Ideogrammen entwachsen, kündigten sie auch schon die schwereren Gedanken zu den archaischen Afrika- und Gilgamesch-Bildern an. Scheinbar frei in der Linienführung, ja beschwingt, in der Farbigkeit vornehm zurückhaltend, gelten diese Arbeiten als künstlerischer Reflex auf das nahezu wissenschaftliche Interesse an Urformen, die Baumeister sozusagen makro- wie mikroskopisch zu erkennen glaubt. »Die Stoffe … haben ihre charakteristische Eigenform, äußere Einflüsse bilden ihre Schicksale: der Kieselstein wird durch den Bach abgeschliffen, das Holz vom Meer ausgewaschen, die Uferkante ausgefräst, der Sand vom Wind gewellt. Im Gegensatz dazu die aktive Formwerdung der Organismen von innen heraus. Unzählig sind die denkbaren Formen … Jede denkbare Form ist in der Natur vorhanden und nachzuweisen. Wahrscheinlich lässt sich nichts erfinden, das sich nicht auch entdecken ließe.« (»Zimmer- und Wandgeister«) Gerade der mikroskopische Blick auf Amöben und ähnliches inspirierte den Künstler zu seiner Arbeit: »Unwillkürlich sind Gleichnisse zur Natur entstanden, Gleichnisse zu etwas, was vordem kein Seherlebnis war … und was danach als formschön gesehen wird.«
Da das Bild im Tagebuch vor Kat. Nr. 897 aufgeführt ist, dürfte die Annahme Grohmanns, daß es sich um die erste Version des Themas handelt, zutreffen.
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