art KARLSRUHE 2020 / Halle 3, Stand G05

Dämmerung, 2020
© Eckart Hahn / VG Bild-Kunst, Bonn

Eckart Hahn

Dämmerung, 2020

Acryl auf Leinwand
80 × 60 cm

verso signiert, datiert und betitelt
(HAHNE/M 36)

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Drei Affen kauern schläfrig an einem knotig nach oben gedrehten Seil: Soweit ist es eine gleichsam heimelige wie abgrundtief absurde Szenerie - das Seil wäre viel zu groß oder die Affen viel zu klein. Da Schein und Sein hier nicht mehr zu unterscheiden sind, kann alles auch anders gedacht werden. Nimmt man die Affen als "echt" hin, gerät das Schnurgeflecht zum knorrigen Baum, wie man ihn etwa in Asien findet. Die spielerisch-leichte Begebenheit erhält so eine wenn auch unspezifische Verortung, die im Hintergrund eine geopolitische Note erhält: Der Titel "Dämmerung", sinnfällig im Übergang von einem Rot in der unteren Bildhälfte zu einem Blau im oberen Teil des Bildes dargestellt, lässt die Frage nach Morgen- oder Abenddämmerung offen, was die Lethargie der Affen in ein je anderes Licht stellt: Zeichen für eine Ergebenheit gegenüber dem, was kommt, oder Resignation über das, was geschehen ist. Und was ist geschehen? Der mutmaßliche Stern im Hintergrund - der sich nur an einer sichtbaren Spitze als solcher ahnen lässt (auch dies Schein und Sein zugleich) - weckt Assoziationen an politische Symbolik, ein Zeichen auf zahlreichen Flaggen: der US-amerikanischen (im Blau des kommenden Tages), der chinesischen (falls das Abendrot im Verlauf der Dämmerung obsiegt ... Einerlei, denn es geht Eckart Hahn um allfällige und unaufhaltsame Veränderungen im Weltgeschehen, die die Menschen - für wen sonst stehen die Affen? - offenbar vorsätzlich verschlafen, obwohl sie einer fragwürdigen, da haltlosen Existenz nachhängen. Eckart Hahn betreibt keine Agitation, gibt keinerlei Anhaltspunkte, wohin die Blaue Stunde führt, aber er macht die Veränderungen als solche sichtbar, greifbar. Und was tun wir? Wir kauern uns an ein Stück vermeintliche Geborgenheit, die nichts anderes ist als das Ende eines Seils.
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