Kontemplativ – Gestisch – Figurativ

25. März 63, 1963
© Julius Bissier / VG Bild-Kunst, Bonn

Julius Bissier

25. März 63, 1963

Eiöltempera auf Baumwolle
20 × 23,5 cm

signiert und datiert o. l.: 25. März 63 Jules Bissier
(BISSIJ/M 92)

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Die kleinformatige Arbeit »25. März 63«; gehört zu den charakteristischen Beispielen für die Bildsprache von Julius Bissier. Mit einer außergewöhnlichen Konsequenz spielt er hier jedoch mit der Divergenz absoluter Freiheit in der Form und zugleich mit einer kompositorischen, wenn auch relativen Strenge im Aufbau. Gehalten von einer gedachten mittigen Linie, die nach rechts abfällt, wechseln sich nach oben hin drei amorphe, sich vage an Dreiecken orientierende Formen mit abwärts gezogenen länglich-rechteckigen Formen ab - oben in brauntonigen Lasuren, unten in dunklem Braun -, allesamt auch mit einem schrägen Duktus nach rechts oben. Während hintergründig ein zartes Beige verschiedene Felder markiert, legt Dissier eine recht bewegte, in kräftigen Rottönen gestaltete Szenerie unterschiedlich fragmentierter Farbfelder in den geschlossensten Freiraum zwischen die zwei nach unten führenden, wie überdacht anmutenden Begrenzungslinien: ein Ensemble, das man mit einem (windschiefen) Haus assoziieren könnte. In drei Schritten 'liest' man - wiederum in schräg aufsteigender Folge - eine Art Gestaltwerdung des Buchstabens "T", der selbst wie auf einem Sockel ins Freie und in die obere Hälfte des Blattes ragt. Das linke Zeichen könnte sogar schon ein umgekehrtes "T" andeuten, das über zellartige runde Formen hinweg sein kleineres, undefiniertes Pendant sucht, um dann als deutlich erkennbarer Serifenbuchstabe emporzusteigen. Das »T«; taucht öfters im Werk Bissiers auf und könnte auf seinen Bezug zum fernöstlichen Tao verweisen. Dies alles ist aber in lockerer Anordnung gemalt, wobei die Rechtslastigkeit der Komposition durch eine kühne lineare Gegenbewegung ausgeglichen wird: vom gefühlten Mittelpunkt der Arbeit ausgehend, führt eine dünne Linie in der unteren Bildhälfte nach außen, als wollte sie eine klarere Diagonale ins Bild einführen und auch noch die filigrane Signatur links oben mit einbinden. Trotz einer luftigen Präsenz, die keinerlei Zwang zuzulassen scheint, ahnt man, mit welcher Gewissenhaftigkeit und dialogischen Systematik Bissier hier gearbeitet hat, die weit von jeglicher Zufälligkeit entfernt ist. Das geht bis ins symbolische Dreiecks- bzw. Deltazeichen vor dem Bildtitel, der so mit der Länge des Namens korrespondiert.
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