KÜNSTLER / Kunst nach 1945
Hiromi Akiyama

Shadow-Time No. 5, 1994
© Hiromi Akiyama / VG Bild-Kunst, Bonn

Hiromi Akiyama

Shadow-Time No. 5, 1994

Granit
33 × 48 × 48 cm

(AKIYA/S 8)

Preis auf Anfrage
vorheriges Werk
16 / 19
nächstes Werk
Teilen
Bild im Raum
Anfrage
Bild im Raum
In Hiromi Akiyamas Skulptur Nr. 5 aus der »Shadow (Time)«-Serie von 1994 gipfelt der hohe ästhetische Anspruch in einer technischen Brillanz, mit der der Bildhauer die denkbar einfache Form zweier quadratischer Rahmenmotive bei genauer Betrachtung als äußerst komplexe dualistische Plastik darstellt, welche zudem mit einer unaufdringlichen symbolischen Tiefe versehen ist. Statt zwei Teile aus dem harten indischen Granit zu meißeln und am Ende des bildhauerischen Prozesses zusammenzufügen, schuf Akiyama seine Skulptur als Monolith. Das heißt, dass die vermeintlich gedrehte Schichtung der Elemente, die den Eindruck von Bewegung und Spontaneitet vermittelt, in Wirklichkeit ein unverrückbarer Zustand ist. Mit den polierten Seiten dieser unterschiedlich großen und dadurch in unterschiedlichen Berührungsflächen zueinander stehenden Steinquadrate demonstriert der Bildhauer seine Meisterschaft in der Oberflächenbehandlung, die noch dadurch gesteigert wird, dass die obere Bruchkante des kleineren Quadrats roh belassen ist. In der Erhabenheit des Steins assoziiert der Betrachter Ruhe, in der Erscheinung erinnert er an ein Denkmal. So erfährt die Artistik der vorgegebenen Doppelrahmung eine stärkere Gewichtung, wodurch man die Leere bewusster wahrnimmt: Akiyama verbindet hier fernöstliche Philosophie mit fernöstlichem Denken, welche das So-Sein wie das Nicht-Sein gleichwertig betrachtet. Die Leere wird erst in der geschlossenen Begrenzung (hortus conclusus) fühlbar, und das Nichts erhebt dank der Rahmung einen Anspruch darauf, als real akzeptiert zu werden. Mit dem Schattenmotiv im Titel spielt der Künstler auf dessen Bedeutung für die japanische Kultur an, es zeugt aber auch von der betonten Einbeziehung räumlicher Strukturen im Spiel der Dimensionalität: Der Schatten eines dreidimensionalen (Raum-)Objekts ist notgedrungen zweidimensional, vermittelt aber aufgrund seiner Veränderbarkeit in der Zeit - im Gegensatz zur Steinplastik selbst – die körperlichen Größenordnungen mit der vierten Dimension.
Schloss Dätzingen / 71120 Grafenau
T + 49 (0) 70 33 / 4 13 94
F + 49 (0) 70 33 / 4 49 23
schloss@galerie-schlichtenmaier.de
 
Öffnungszeiten
Mi – Fr 11 – 18.30 Uhr
Sa 11 – 16 Uhr
und nach Vereinbarung
Kleiner Schlossplatz 11 / 70173 Stuttgart
T + 49 (0) 711 / 120 41 51
F + 49 (0) 711 / 120 42 80
stuttgart@galerie-schlichtenmaier.de
 
Öffnungszeiten
Di – Fr 11 – 19 Uhr
Sa 11 – 17 Uhr
und nach Vereinbarung

 
Galerie Schlichtenmaier
Telefon
Adresse