KÜNSTLER / Zeitgenössische Kunst
Luzia Simons

Lustgarten 02, 2018
© Luzia Simons / VG Bild-Kunst, Bonn

Luzia Simons

Lustgarten 02, 2018

Scannogramm, Direct print on Aludibond
45 × 32 cm

Edition
Auflage: 6 Exemplare + 1 AP
(SIMONL/W 85)

€ 1.900
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Irritierend schön sind die Arbeiten Luzia Simons, nicht nur wegen der floralen Motive, sondern wesentlich durch die kompositionelle Perfektion und die dahinter stehende Technik, welche dem singulären Stil die Bezeichnung »Digitaler Barock« eingebracht hat. Tatsächlich will der eine Betrachter in den Werken Gemäldevorlagen aus dem holländischen Barock erkennen, der andere Fotografien opulent inszenierter Blumendekors. Beide täuschen sich. Das Ergebnis der aufwendigen und langwierigen »Aufnahme« durch den Scanner wird in unmittelbarer Nähe zum Gegenstand vermittelt – durch zeilenweise optische Abtastung. Luzia Simons übertrifft mit ihren Scans sowohl die Malerei wie die Fotografie an Tiefe und Brillanz, und da sie die Pflanzen auf dem Scanner drapiert – also bei der Vorbereitung des Szenarios räumlich von unten nach oben arbeitet –, wirkt die Komposition sensationell anders, ohne dass man das sofort bemerkt – von der Wahrnehmung her ist die Abfolge von Vorder-, Mittel- und Hintergrund mit der Hinterglasmalerei vergleichbar. Dass der überbordenden Blüte die morbide Seite der Vergänglichkeit zur Seite gestellt ist, ist ein Tribut an die Wirklichkeit und das Leben – und zugleich ein Reflex auf die kulturgeschichtliche Vanitas-Vorstellung, die insbesondere im 17. Jahrhundert das Denken prägte. Anders als die meisten Stillleben-Künstler unserer Zeit erhebt Luzia Simons zudem einen sozial-humanistischen und auch einen intellektuellen Anspruch. Objektiv und ungeschönt baut der Scanner Pixel für Pixel ein Abbild der Blumen auf, die in zarter Blüte stehen und zugleich den unabwendbaren Verfall ankündigen. Der Serientitel »Lustgarten« bezieht sich auf barocke Wandelgärten und sinnenfreudige Gemälde im Umfeld eine Hieronymus Bosch, die neben der Flora auch die Fauna mit einbeziehen. Die Tulpe, Haupt-motiv in der Bildreihe »Stockage«, wird bei Luzia Simons aufgrund ihrer »nomadischen« Geschichte zur Metapher für Mobilität, Globalisierung, und interkulturelle Identität. Das Lustgartenmotiv verbindet diese europäisch tradierte Symbolik mit dem Eindruck wuchernder oder fremdländischer Exotik einer anderen, brasilianischen Serie »Jardim« (»Garten«) - nun mitbevölkert von etlichem Getier.
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