KÜNSTLER / Kunst nach 1945
Fred Thieler

Weiß im Blau, 1978
© Fred Thieler / VG Bild-Kunst, Bonn

Fred Thieler

Weiß im Blau, 1978

Kunstharzdispersion auf Leinwand
150,5 × 160 cm

signiert und datiert u. r.: F. Thieler 78
(THIELF/M 4)

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Provenienz: Sammlung Reinheimer, Sindelfingen
Literatur: Wilhelm Gall, Kunst des 20. Jahrhunderts. Sammlung Reinheimer, Stuttgart 1983, Abb. S. 143 Andrea Firmenich / Jörn Merkert, Fred Thieler. Monografie und Werkverzeichnis, Köln 1995, S. 386, Nr. 7/171
Wilhelm Gall, Kunst des 20. Jahrhunderts. Sammlung Reinheimer, Stuttgart 1983, S.243, 142-143 mit Abb.


Mit seiner zweimaligen Teilnahme an der documenta 1959 und 1964 positionierte sich Fred Thieler international als einer der ersten deutschen Informellen. Neben Jackson Pollock prägte ihn die künstlerische Nähe zu Pierre Soulages und Hans Hartung. Durch seine Mitgliedschaft in der Künstlergruppe „ZEN 49“, die für kurze Zeit auch Maler wie Rolf Cavael oder Willi Baumeister zusammenbrachte, setzte Thieler bereits seit Anfang der 1950er wichtige Impulse für das deutsche Informel.
Für Fred Thieler war Malerei ein Experimentierfeld. Seine Bilder, faszinierende abstrakte Bildwelten, entstehen spontan im kontinuierlichen Dialog mit der Farbe. Seine Vorliebe gilt neben dem Rot vor allem der Farbe Blau, die er oft mit Schwarz und/oder Weiß differenziert kontrastiert. Das 1978 entstandene Gemälde „Weiß im Blau“ von Fred Thieler zeichnet sich vor allem durch das Einfangen eines sphärischen Moments aus. Für Wilhelm Gall ruft es beim Betrachter „Assoziationen an nächtliche Himmel wach, die durch die Helligkeit ferner Sternennebel durchzogen sind“. Diesen Eindruck erreicht Thieler, indem er in den Prozess des autonomen Farbverlaufes bewusst eingreift. Er ritzt, schiebt und tupft die auf die Leinwand gegossene Farbe vom Bildträger. Die einzelnen Farbschichten gruppieren sich dabei wie Inseln um die Bildmitte. Die daraus resultierenden „Verletzungen“ begreift der Betrachter als gleichbedeutende Akzente. Gleichzeitig transportieren sie die künstlerische Haltung Thielers: „Malen bedeutet für mich, die Erfahrungsanalogien und –differenzen zu registrieren und ein Erzeugnis zur Entstehung zu bringen, das – aus dem Malprozess entlassen – für den Betrachter wie für den Maler selbst sich als Reflexion menschlichen Daseinserlebnisses darstellt und anbietet. So erscheint mir ‚Malen’ als ein Prozeß, dessen Wesensgehalt forschendes Tun ist – forschendes Tun als Ergebnis offener Analysen“.
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