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»Und plötzlich diese Lust zu feiern« / 9 Künstlerjubiläen

 
Das Feiern von Kunst wurde in Zeiten allgemeiner Kontaktbeschränkungen erschwert, umso wichtiger scheint es, dem Fest als geistigem Ort des Zueinander-Findens einen Platz anzuweisen. Die Galerie Schlichtenmaier nimmt die runden Geburtstage ihrer älteren Künstler zum Anlass, um den hohen Ton des individuellen Jubiläums anzuschlagen. Die Jubilare stehen bereit, um ihr Publikum zu empfangen – die Galeristen auch.
Adolf Fleischmann (130. Geburtstag) macht die Fläche der Leinwand zum feierlich flirrenden Raum. Als Vorläufer der Op Art verband er seinen Willen zum tektonischen Farbklang mit optischen Gesetzmäßigkeiten.
Weniger klangräumlich als seriell und modular geht Richard Paul Lohse (120. Geburtstag) vor in seinem konstruktiven Werk, das zum festen Bestand der Konkreten Kunst gehört.
Als sich Emil Schumacher (110. Geburtstag) nach 1945 freimachte von den Beklemmungen des Dritten Reichs, fand er schließlich zu einer sehr eigenen Bildsprache des Informel, mit einer Dominanz des Stofflich-Materiellen: »der Erde näher als den Sternen.«
Weniger erdverbunden als geradezu vogelfrei, da über die Phantasie über alle Grenzen erhaben, ist die Kunst der Zeichnerin Romane Holderried-Kaesdorf (100. Geburtstag), mit Anklängen an den Verismus eines George Grosz.
Mit dem Menschen befasst sich Jürgen Brodwolf (90. Geburtstag) – in Form der Tubenfigur, mit der er längst Kunstgeschichte geschrieben hat. Der selbsternannte Figurist zieht dabei alle Register des existenziellen Gehalts wie der technischen Umsetzung.
Zum Kosmos gerät Rudolf Schoofs (90. Geburtstag) Bild von der Landschaft, die er neu erfindet: Dabei ist die sichtbare Welt nur der Anlass, alles wird mit skizzenhafter Verve zur visuellen Disposition gestellt.
Ein Strukturist ist Rolf-Gunter Dienst (80. Geburtstag), der in Farbdialogen, organisch anmutenden Erkundungen oder auch skripturalen Notationen in Flächenräumen ereignisvoll zu organisieren.
Geradezu raumversessen ist Hans Peter Reuter (80. Geburtstag), der insbesondere mit der am tiefsten wirkenden Farbe, dem Ultramarinblau, fiktive Räume perspektivisch exakt zur Anschauung bringt.
Als Gast der Ausstellung ist in dieser Generation noch Wolf-Rüdiger Hirschbiel (80. Geburtstag) zu nennen, der sich auf seine Weise mit dem Raum in der Fläche beschäftigt.
Günther Förg (70. Geburtstag), ein rebellischer Geist, der sich über Raum und Zeit, Stile und Medien hinwegsetzte, ist der jüngste Jubilar der Ausstellung, den man mit Fug und Recht als Postmodernisten bezeichnen kann.
Schloss Dätzingen / 71120 Grafenau
T + 49 (0) 70 33 / 4 13 94
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und nach Vereinbarung
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Sa 11 – 17 Uhr
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